Hera Arms SRB 18
Weg zur Präzision
Betreff:
Ich habe nach dem Kauf der Waffe mit verschiedener Munition und Kompensatoren auf verschiedene Abstände geschossen und dabei sind mir einige Dinge aufgefallen.
- Sachverhalt
Im Rahmen meiner Sportlichen Disziplin im BDS 3114 (Sportgewehr mit Optische Visierung maximal 4-Fache Vergrößerung und Hülsenlänge unter 47mm auf 100m) sind beim Training mir einige Probleme aufgefallen.
Mit der Fabrik Munition von unterschiedlichen Herstellern sind meine Streukreise nur wenig besser geworden. Ich lag immer so um die 34cm.
Daran wollte ich was Ändern!
- Überlegungen und Erste Erkenntnisse
- Wiederladen
In der Zeit im Verein traf ich nun mehrere Wiederlader die mir viel erzählten und der Meinung waren das Wiederladen eine gute Option für mich sei mir meine eigene Munition für meine Ansprüche selbst herzustellen und das es aus kosten Gründen auch eine Erleichterung sei.
Somit war mein erster Grundstein gelegt und ich informierte mich über das Thema.
- Weg zum Wiederladen
Nachdem ich über YouTube auf dem Kanal von mehreren gestoßen bin, fand ich den Kanal von vprojekte, er schilderte sehr genau die einzelnen Schritte, die jeder machen kann und zeige akribisch genau sein weg. In Laufe der Zeit und sein Aufbau zum Thema wurde die Sache interessant.
Ich hatte eine genau Sicht zu den einzelnen schritten, zur Anwendung und zum Prozess bis zur Fertigen eigenen Munition.
- Antrag und Lehrgang
Die Herausforderung war nun alles zusammen zu bekommen das ich es auch darf.
Schnell wurde mir bewusst, einfach mal in den laden gehen und die Komponenten kaufen geht nicht.
Ich informierte mich über die vorgaben und Gesetzeslage und stellte daraufhin den Antrag auf eine Unbedenklichkeit Erklärung beim Amt für Verbraucherschutz. Ja richtig Verbraucherschutz, nicht bei der Waffenbehörde. Da der §27 nach Sprengstoffgesetz nichts mit den Waffengesetz nicht gemein haben ist dafür eine andere Behörde zuständig.
Was mich etwas irritiert hatte da es um Munition geht, da es aber dabei um die Herstellung und nicht um Aufbewahrung noch verwenden von diesen handelt und das es auch frei Verkäufliche Waffen gibt wo der besitz und Handel frei sind (Perkussion, Böller) nur das Verwenden zum Schießsport unter bestimmten vorgaben und Erlaubnissen liegen sind diese getrennt voneinander.
Nach einiger Zeit hatte ich dann Post von der Behörde, die mir diese ausstellte.
Jetzt war es Zeit für den Lehrgang, oder doch nicht? Mit dem Thema noch mehr beschäftigt fand ich heraus das es drei Arten gibt, Vorderlader, Böller und Wiederlader. Kurzerhand habe ich mich für den Kombi entschlossen, somit könnte ich alles abdecken, falls ich in Zukunft auf weite Bereiche mich ausdehnen möchte.
Im Lehrgang wurde uns grob über alles über die einzelnen Bereiche gezeigt und beigebracht, von Recht über Anforderungen bis hin zu Gefahren und deren vorsorge. Somit konnte ich diese einzelnen Prüfungen vorm Verbraucherschutz beauftragen bestehen.
Die nächsten schritte waren schnell und einfach, ein raum suchen, wo ich Lagern will, Sicherheitsaspekte einbauen, alles Fotografieren und den Antrag nach §27 Spreng zum Amt schicken.
Kurze Zeit später lag mein Grünes Heft mit der Aufschrift „nach §27 Sprengstoffgesetz“ im Briefkasten.
- Weg zur Eigenen Munition
Jetzt sollte Ich alles haben, das Wissen, die Erlaubnis und die Vorstellung was ich erreichen will.
Oder doch nicht?
Nicht ganz, es geht los mit der Presse, welche soll es werden? Mehrstation oder Einzel? Welcher Hersteller? Zubehör und verbrauchsgegenstände?
Zum Glück gibt es YouTube, nochmal fast alles von vprojekte angesehen und eine Einkaufsliste erstellt. Im Nachhinein muss ich sagen ich denke wer weg war der richtige, um selbst zu sehen, wo ich hinwill und welche vor und Nachteile die einzelnen Komponenten haben. Der Spruch „wer billig kauft, kauft zwei Mal“ stimmt zum Teil. Für mich wurden im Bereich Presse, Matratzen, Pulverwage und Messchieber Anforderungen gestellt, wo ich so gut wie kein Spielraum zulassen will. Präzision fang da an wo sie aufhört. Matrizen die wiederholgenau und genau zu meinen Geschossen passen und eine Presse die mir das Ermöglicht ohne Spielräume bis zur genauen Überprüfung der einzelnen Komponenten auf Länge und geweicht.
Nach dem passgenauen Ermitteln von mein Patronenlager und den Bereich wo meine Felder und Züge anfangen und die Größe meines Magazins hatte ich die Bases zu meiner Munition. Jetzt wurde es zeit zu ermitteln welche Ladung mit wie viel Grain mein Geschoss angetrieben werden soll.
Das Programm GRT half mir dabei genaue Berechnungen anzustellen, nachdem ich mehrere Tage damit verbracht habe es zu verstehen mir die einzelnen Komponenten einzufügen und auf die Drücke und Energien zu erkennen und zu verstehen. Schnell wurde mir bewusst das eine kleine Abweichung katastrophale Folgen haben kann, Setztiefe nur um 1mm verändert oder das Hülsenvolumen nicht richtig ausgelitert, bei der Hals Nacken Verformung zu viele Toleranzen, das reicht schon aus, um schnell mal in den Überdruck Bereich zu kommen.
Jedes NC Pulver hat seine eigenen Eigenschaften, mit einen ist die Hulse zu leer und der Abbrand geschieht willkürlich und beim nächsten wäre es eine Pressladung die nicht reicht, um den druck aufzubauen. Oder es sieht so erstmal gut aus, meine Lade Leiter (von min zu max.) ist erstellt wird Fertig gemacht und auf den Stand waren die Sorgen da. Repetiert nicht selbstständig, Verschließt nicht, beim Versuch der Schussabgabe zündet die Patrone nicht, und vieles mehr… Fehler wurden gesucht und gefunden.
Nackenbereich der Hülse nicht weit genug zurückgedrückt, Pulver was im Mündungsbereich nicht genug Druck erzeugte, um den Repetiervorgang einzuleiten, Hersteller Angaben tiefgründiger belesen und analysiert.
Dann endlich nach mehreren Versuchen, Test und Misserfolge die Munition, die ich stand Heute vor gut gefunden kann.
Auf 100m eine wiederholgenaueigkeit von 3 cm Streukreis.
- Zubehör
Bei der Testung und Erprobung der eigenen Munition sind mir im Schiessbetrieb mehrere Sachen aufgefallen.
- Sicherheit
- CC Kompensator Wirkung
- Zielfernrohr und Auswirkungen
- Schies matten und Zweibeine
- Äußere Umstände
Sicherer Umgang mit Waffen und Munition sollte nicht nur eine Formsache, sondern ein Leitfaden sein.
- Sicherheit
Der Kompensator von Hera Arms, CC ist ein drei Kammern Kompensator mit nach oben gerichteten 6 Bohrungen. Er minimiert den Rückstoß enorm aber leitet die mündungsgase seitlich ab, Schützen die neben mir Saßen (ca. 1m entfernt) sagten mir Oft das, wenn ich schieße, warten sie. Ich habe mich dann selbst mal auf ihre Plätze gesetzt und ein anderen mit meiner Waffe schießen lassen, um zu erkennen, was sie meinen.
Mir sind Zwei Dinge deutlich ausgefallen, erstens der Druck von meiner Waffe über den Kommentator auf der Entfernung ist enorm und am ganzen Körper Spürbar, wer sich dabei grade bei der Schussabgabe befindet, würde zwangsläufig den Schuss verreißen. Zweitens je nachdem wie die Ladung ist, fliegt die leere Hülse von 90 Grad bis 45 Grad zur Seite oder schräg nach hinten.
Ein Hülsenfangsack war für die Hülsen eine Abhilfe, um andere nicht in Gefahr zu bringen.
- CC Kompensator Wirkung
Der Hera Arms CC war da ein Anderes Thema, ich wollte die Eigenschaften des Kompensators eigentlich nicht missen aber meine mit Schützen nicht weiter diesen Umständen aussetzen. Da ich der es Sicht wollte das durch mein Schießen andere von mir vllt. Giftige gase direkt abbekommen. Nachdem ich feststellen musste, dass es in den groben zwei unterschiedlichen Gewinden (Metrische Gewinde: M13x1, M14x1, M15x1 M17x1, M18x1 und Zollgewinde: 1/2x 28, 5/8x 24, 3/4x24) in links und Rechtsgewinde wo genau nachgesehen werden muss das es auch passt. Von jedem Gewinde gibt es drei Arten, Mündungsfeuerdämpfer der den lichtknall unterdrücken soll indem die nach der Mündung die Gase mit Sauerstoff so leiten das sie nicht entflammen, Kompensator, der die Gase in eine für den schützen nutzbringende Richtung ( zur Seite und/oder nach oben) leitet indem sie über ein oder mehrere Prall Flächen und Bohrungen leitet und den Linear Kompensator, der die Gase zwar vom Mündungsausgang weg nimmt aber sie nach vorne weiter leitet indem die doppelwandig aufgebaut sind und das Geschoss im inneren und das Gas zwischen inneren und äußeren Ummantelung strömt.
Ausgenommen sind hier mal die Schalldämpfer da sie nur für Jäger sind. Die Wirkung und Einsatzzweck ähneln den Kompensatoren. Die Treibgase (Mündungsknall) sollen hier jedoch so umgewandelt werden das sie langsamer und kühler werden und nach vorne weg gehen nach dem Geschoss.
Ich entschloss mich für den Hera Arms Line in Kompensator. Beim Schießen ist mir sofort mehrere Dinge aufgefallen. Die Trefferlage verschob sich mit gleicher Munition um ca. 10cm von mein normaler Trefferlage, der Schuss ruckte mehr in den schultern und der druck wurde zwar für die mit schützen besser aber immer noch recht enorm.
- Zielfernrohr und Auswirkung
Die zu meiner Disziplin gehörige Zielfernrohr (ZF) Vergrößerung wäre eigentlich die 4 fache. Ich kaufte mir also ein ZF mit 4-Facher Vergrößerung und starren Bild.
Für den Anfang war es echt gut und einfach, immer der gleiche Punkt anhalten und Abdrücken. Nach 2 Jahren entwickelte ich mich jedoch weiter, die Erfahrungen mit den Disziplinen und der Umgang mit der Waffe und auch der Wunsch nach noch mehr Präzision zeigten dann das ich, was anderes benötige. Von 4-Facher bis hin zu 12-Facher und aufwärts. Die Auswahl war sehr groß und die Preise sind von günstig bis zu übertrieben teuer. Vector Optics ist hier meine erste Wahl, preis/ Leistung sind gut und ich hatte schon gute Erfahrungen mit der Firma. Nach langen überlegen und vergleichen kristallisierte sich mehrere Faktoren heraus. Das Bild sollte auf der ersten ebene sein und der Bereich von 4 bis über 12- Facher Vergrößerung abdecken. Die Entscheidung fiel auf das ZF Victoptics OPFF-01 S4 4-16x44 FFP.
Genauere Ansicht, gute Einstellmöglichkeiten über die Türme und durch den Baum auch schnelle und genaue Erkennung der Trefferlage waren mir jetzt gegeben. Die Einstellung war eine Gewöhnungssache aber umso öfter ich damit gearbeitet hatte wurde es zusehest leichter. Jetzt bin ich sehr zufrieden damit.
- Schies matten und Zweibeine
Eine Schießmatte ist nicht so notwendig, aber sinnvoll, wenn es draußen kalt und nass ist es einfach angenehmer darauf zu liegen. Oder einfach nur um die Waffe zu stabilisieren.
Oh, das Zweibein, wer sowas benutzt kann nicht schießen, das ist doch nicht zulässig. Was konnte ich mir alles anhören… Ja schön für Eure Meinung, ist aber nicht meine. Das erste Zweibein war von Amazon für grade mal 40euro oder so, ich mag es bis heute. Es macht, was es soll, mich unterstützen. Es war aber nicht das letzte, weil ich gemerkt habe das mein Handlauf mehr kann als nur meine Hand schützen, die M-Lock stelle an der Seite eigneten sich super für ein Zweibein was von den Seiten befestigt wird. Kein Verkanten oder Verdrehen, einfach fest dran und höhen verstellbar.
- Äußere Umstände
Wer kennt es nicht, man Plant ein Tag zum Schießen und dann ist das Wetter Sub optimal. Es regnet, ist klirrend kalt oder windig wie im Sturm. Davon wollte ich mich aber nicht unterkriegen lassen. Somit kaufte ich mir warme unterlagen und ein Thermo Zelt das Regen und Wind abhält. Ja es sieht schon etwas komisch aus, wenn ich auf den Stand gehe und mich erstmal ein Igle, aber ganz Erlich es macht es einfacher und ist angenehmer. In diesen Situationen sieht man aber auch Sachen sie man sonst nicht sehen würde. Zum Beispiel wie ein Geschoss den Regen selber durch die Außenballistik so verdrängt, dass dadurch für ein sehr kurzen Moment ein Tunnel im Regen entsteht. Die Treffer selbst auf einer 100m Bahn verändern sich auch, nicht nur dass die Zielscheibe unter umstanden ab geht, sondern auch das die Geschosse sich leicht in der Trefferpunkt Lage verändern. Wenn die Bahn jedoch länger wird, sind die Krafte die auf das Geschoss wirken um so deutlicher. Ich habe auch das Gefühl das die Temperatur unterschiede von -15 und +30 grad schon in der Munition ihre ersten trebute zollt. Was auch klar ist da die Treibladung im Bereich von 20 Grad Celsius ausgelegt ist. Dadurch wird auch der Maximale Druck berechnet. Wind, Luftdruck sowie Luftdichte sind dann wieder Sachen, die auf das Geschoss selber einwirken.
III. Sicherheit
Jeder der Sportlich Schießt ist in erster Linie für Sicherheit verantwortlich!
Ich habe bei jedem Test meiner eigenen Munition immer meiner Standaufsicht Bescheid gegeben, was ich mache und was ich schieße. Nicht weil mir danach war, sondern für den Fall der Fälle das, was Passiert er drüber Bescheid wusste. Ein Vertrauen das vom Schützen an der Aufsicht und von der Aufsicht an den Schützen gegeben wird.
In der zeit Auf dem Schießstand sollte jeder die Augen offen haben und nicht nur stumm sein ding machen, auch wenn es Freunde oder Vereinsmitglieder sind sollte jeder mit Respekt aber auch bestimmt auf Fehlverhalten hinweisen können und müssen.
- Zukunft
Mich Interessiert das Thema so sehr, dass Ich weiter Bereiche nachvollziehen will. In Zukunft wird die verschossene Munition von dem Lap Radar (ein Gerat zur Messung von Mündungsgeschwindigkeiten) geprüft und jeder Schuss wird aufgezeichnet. Neue noch genauere Matrizen sind auch schon im Warenkorb und vllt. ändere ich auch mal die Geschosse damit ich ein vergleich habe zwischen 55Gr. Geschosse und welche über 65Gr.
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